Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig. Sie ist seit vielen Jahren eines meiner Kerngebiete. Ich verdiene damit sogar mein Geld. Aber oft wird dabei ein mindestens genauso wichtiger Bereich vergessen. Der Aufbau eigener Strukturen. Was meine ich damit?
Die Popularität einer Partei oder einer Gruppe, die nur kurzfristig Werbung macht, Plakate verklebt und Demos organisiert, kann ebenso schnell verschwinden, wie sie entstanden ist. Genau das ist das zentrale Problem von Projekten, die nur oberflächlich und kurzfristig agieren.
Deshalb ist der Aufbau eigener Strukturen, eigener Kader, eigener Theorien und Argumentationsmuster, eines eigenen Stils, eigener Medien, eigener Denkzirkel, eigener Kulturprojekte nicht zu unterschätzen. Sie bilden das Fundament eines langfristigen, nachhaltigen Kulturkampfes.
Fragen wir uns einmal: Wo wären wir heute, wenn wir, als volksbewusste Bewegung, uns vor zehn, zwanzig oder vierzig Jahren entschieden hätten, 70 Prozent unserer Energie, unserer Geldmittel, unserer Kreativität, unserer Ressourcen, in uns selbst zu stecken?
In die Kaderschulung, den Aufbau von Strukturen und Netzwerken, die Theoriearbeit, die Ausbildung von Grafikern, Videografen, Textern, Schulungsleitern, die Entwicklung von Medienverlagen, Alternativmedien, Kampfsportlern, Ernährungsexperten, Fachleuten für Mobilität, Migration, Kunst, Architektur, Wirtschaft, Soziales. Wenn wir viel mehr Zeit in die Kulturarbeit gesteckt hätten, den Aufbau von familiären Gemeinschaften, die Gründung eigener Handwerksbetriebe, Hochschülerschaften, Denkfabriken, Selbstversorgerhöfe usw.
Ich sage nicht, dass das nicht passiert ist. Ich habe selbst mehrere Alternativmedien mitbegründet und mitbegleitet, bin selbst Mitglied einer Solidarischen Landwirtschaft und Fachmann für politische Werbung. Es gibt mittlerweile einige gute Projekte und Protagonisten. Nur: Es ist - noch - viel zu wenig passiert. Sehr viel Geld, Energie und Zeit wurde in kurzfristige Wahlkampagnen gesteckt, in Flugblättern und Plakate, die zu Zehntausenden im Müll gelandet sind. Sehr viel Geld und Kraft wurde in den Mühlen des Parlamentspatriotismus für Bonzentum und Bürgerlichkeit aufgerieben. Nicht erst seit der Gründung der AfD. Oder für Demonstrationen ohne nachhaltige Vor- und Nachbereitung.
Der Publizist Pierre Krebs schrieb in den Neunzigern, wir stünden vor einem „langen Marsch durch die metapolitische Wüste“. Seien wir selbstkritisch und fragen wir uns, wie weit wir bereits sind. Heute, zwanzig Jahre später. Und fragen wir uns, in wie vielen Bereichen wir immer noch am Anfang stehen.
Wo sind die nationalistischen Theater? Wo ist das Spektrum volkstreuer Köchinnen, Näherinnen, Mütter, Schriftstellerinnen und Gärtnerinnen, die als „Influencer“ Instagram und TikTok erobern? Wo sind die heimatbewussten Wanderführer, Pensionen und Jugendzentren?
Und das ist kein Defätismus, sondern ein Appell. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der der Boden fruchtbar ist, müssen wir unsere Arbeit tun und den Boden bestellen, wenn wir langfristig ernten wollen.